Bestände der Stadt Delitzsch in anderen Archiven

1. Bestand Delitzsch im Staatsarchiv Leipzig

Seit 1968 verwahrt das Staatsarchiv Leipzig die älteren Unterlagen der Stadt Delitzsch als Depositum. Der Zugang zu diesen Archivalien gestaltete sich über maschinenschriftliche Findmittel nicht ganz einfach. Daher hat das Staatsarchiv Leipzig Erschließungsarbeiten an diesem Bestand für einen zeitgemäßen elektronischen Zugang zu diesen Unterlagen durchgeführt. Die Arbeit wurde kürzlich abgeschlossen, das Findbuch ist seit einigen Tagen auf der Homepage des Staatsarchivs online zugänglich: www.archiv.sachsen.de -Beständeübersicht-Bestände-Kommunen; bzw. über den entsprechenden Link http://www.archiv.sachsen.de/cps/bestaende.html?oid-07.&file-20602.xml. In der dort befindlichen Einleitung zum Bestandsfindbuch sind noch weiterführende Informationen zu lesen.

Kommunen

Geschichte: Im ausgehenden Mittelalter hatte sich in Kursachsen ein dichtes Städtenetz entwickelt. Im Leipziger Kreis dominierte die Stadt Leipzig als Messe- und Verlagsstandort die gewerblich geprägten Klein- und Ackerbürgerstädte im Umkreis. Die Ratsverfassung war für die städtische Verwaltung bestimmend: Mehrere gewählte Ratsherren mit dem Bürgermeister an der Spitze, z. T. einem Stadtrichter, bildeten den Rat, der nur dem Landesherrn unterstand, bei amtsässigen Städten dem jeweiligen Amt. Einige Vasallenstädte fielen unter die Herrschaft benachbarter Rittergüter. Durch Verkauf, Verpachtung oder Verpfändung der Erb- bzw. Obergerichtsbarkeit erlangten die Städte ihre eigene Patrimonialgerichtsbarkeit. In der städtischen Verwaltung ging damit eine Differenzierung der Gerichtsverwaltung zwischen Ratskollegium, Stadtrichter, Gerichtsschreiber oder Schöffen einher, ohne dass zunächst ein eigenständiges Stadtgericht mit klaren Kompetenzen erkennbar wäre. Fielen unter die Gerichtsbarkeit des Stadtrats Grundstücke und Gemeinden außerhalb der Stadtgrenzen, waren innerhalb der Stadtverwaltung sogenannte Ratslandgerichte oder städtische Landgerichte tätig. Mit Erlass der Allgemeinen Städteordnung vom 2. Februar 1832 wurde die städtische Verwaltung im Königreich Sachsen weitgehend vereinheitlicht, ihre Befugnisse geregelt und die kommunale Selbstverwaltung gestärkt. Die Bestimmungen dieses Gesetzes erforderten die Neuwahl des Stadtrats einschließlich eines hauptamtlichen Bürgermeisters und der Stadtverordneten, die Bildung eines Bürgerausschusses sowie die Aufstellung eines von der vorgesetzten Verwaltungsbehörde zu genehmigenden Ortsstatuts. Für die Belange der Gerichtsbarkeit wurde entweder die Übergabe an den Staat oder die Einrichtung eines selbstständigen Stadtgerichts gefordert, dessen Personal vom Justizministerium zu bestätigen war. Auf die Verhältnisse kleinerer Amts- oder Vasallenstädte war die Landgemeindeordnung vom 7. November 1838 ausgerichtet. Diese Städte sollten in erster Linie ihren Anteil an der Gerichtsbarkeit an den Staat und damit an das zuständige Justizamt oder ein neu gegründetes Königliches Gericht abtreten. In Ausführung des Gesetzes über die künftige Einrichtung der Behörden erster Instanz für Rechtspflege und Verwaltung vom 11. August 1855 gingen die Kompetenzen der Stadtgerichte, einschließlich der Gerichtsakten, bis zum 1. Oktober 1856 auf die staatlichen Justiz- und Verwaltungsbehörden über. Eine Anpassung der Bestimmungen über die städtische Verwaltung erfolgte im Zusammenhang mit der Verwaltungsreform in Sachsen aufgrund der veränderten politischen und sozialen Verhältnisse Ende des 19. Jahrhunderts. Am 24. April 1873 wurden die Revidierte Städteordnung und die Städteordnung für mittlere und kleine Städte erlassen. Letztere konnte für Kommunen mit weniger als 6.000 Einwohnern gewählt werden. Infolge beider Gesetze wurden Verwaltungsaufgaben in die unterste staatliche Verwaltungsebene verlagert und die Städte mit Städteordnung von der Unterstellung unter die Amtshauptmannschaften befreit. Als zweite Verwaltungsinstanz fungierten die Kreishauptmannschaften. Der Aufsicht der Amtshauptmannschaften unterstanden weiterhin die kleineren Städte und die Landgemeinden. Mit der industriellen Entwicklung kam es zwischen 1880 und 1920 zu mehreren Eingemeindungswellen von Vororten. Gleichzeitig wurden immer mehr Städte (ab 1918 alle Städte über 30.000 Einwohner) aus den Amtshauptmannschaften ausgegliedert. Die Stadträte und Oberbürgermeister dieser Städte erlangten die gleiche Rangstufe und Funktion wie die Regionalbehörden. Ab 1919 wurden die bisher selbstständigen Gutsbezirke der Rittergüter mit den Gemeinden vereinigt. Die Gemeindeordnung vom 1. August 1923 beseitigte die rechtlichen Unterschiede zwischen Städten und Landgemeinden. Neben Leipzig wurden ab 1924 auch Döbeln, Mittweida und Wurzen kreisfreie Städte. Nach 1933 erfolgte, insbesondere durch die Deutsche Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935, eine Anpassung an Zentralisierungsbestrebungen und Parteiherrschaft im NS-Staat. Während des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit konzentrierten sich die kommunalen Aufgaben auf die Sicherstellung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung, teilweise wurden spezielle Wirtschafts- und Ernährungsämter eingerichtet. Nach der Verwaltungsreform und der Bildung der Bezirke der DDR formierte sich 1959 die Arbeitsgemeinschaft der Stadtarchive des Bezirks Leipzig mit dem Ziel der einheitlichen Bearbeitung der Archivbestände. Aufgrund mangelnder räumlicher und personeller Voraussetzungen sind die Altbestände einiger Städte mit ihrer Überlieferung bis zum Grenzjahr 1945 als Depositalbestände an das damalige Landesarchiv/Staatsarchiv Leipzig ab 1963 abgegeben worden. Weitere Kommunalbestände resultieren aus der Verstaatlichung der Stadtgerichtsbarkeit im 19. Jahrhundert und tragen den Zusatz "Stadtgericht". Seit jüngster Vergangenheit reichern audiovisuelle Unterlagen der Stadt Leipzig die Bestandsgruppe an.

Signatur

Name

Datierung    

20602

Stadt Delitzsch

1364 - 1945

20602 - Stadt Delitzsch

Datierung: 1364 - 1945

Geschichte: Die schriftsässige Ackerbürger- und Handelsstadt Delitzsch war Sitz eines gleichnamigen Amts. Zur Stadt gehörten seit dem 15. Jahrhundert die Ratsdörfer Benndorf, Gertitz und Werben. Ein Ratskollegium ist seit 1376 beurkundet. Es bestand aus einem regierenden und zwei ruhenden Gremien mit je sieben Mitgliedern, die sich jährlich abwechselten und auf Lebenszeit gewählt waren. Das Stadtgericht mit einem Stadtrichter an der Spitze übte seit 1423 die Ober- und Erbgerichtsbarkeit aus. Die Stadt fiel nach dem Wiener Kongress 1815 an Preußen. Nach Einführung der preußischen Städteordnung 1831 bestand der gewählte Magistrat aus dem Bürgermeister und drei Assessoren. 1862 wurde die Amtsvorstadt Grünstraße eingemeindet. Delitzsch wurde im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 Teil des Bezirks Leipzig. Der Bestand ist im Jahr 1968 depositarisch an das Staatsarchiv Leipzig abgegeben worden.

Bestandsinhalt: Reichs- und Verfassungsangelegenheiten.- Statistik, Wahlen.- Gemeindeangelegenheiten.- Stadtgericht.- Finanzen und Vermögen.- Militär- und Kriegsangelegenheiten.- Ordnungs- und Sicherheitspolizei.- Schule und Kirche.- Standesamt.- Gesundheits- und Sozialwesen.- Handel, Gewerbe und Industrie.- Landwirtschaft.- Bauverwaltung.- Brandschutz.- Gemeinden Grünstraße, Gertitz und Werben.- Innungen, Vereine.- Firmen.

Findmittel: Findbuch 1975

00004 - Ältere Kreishauptmannschaft des Leipziger Kreises

Datierung: 1604 - 1835

Geschichte: Die Gliederung Kursachsens in zunächst fünf klar voneinander abgegrenzte Kreise erfolgte durch den Erlass der Kanzleiordnung am 5. August 1547 von Kurfürst Moritz. Dem Leipziger Kreis wurden folgende Ämter zugeteilt: Altenburg, Borna, Colditz, Delitzsch, Düben, Eilenburg, Grimma, Leipzig, Leisnig, Naunhof, Pegau, Rochlitz, Schmölln und Zörbig. Im Zuge des Naumburger Vertrags von 1554 gelangten Altenburg und Schmölln wieder in ernestinischen Besitz. Ab 1582 entstand durch Besitzankäufe das Amt Mutzschen, das in den Leipziger Kreis integriert wurde. Durch das Entstehen der sächsischen Sekundogenituren wurden Ämter nur zeitweilig ausgegliedert. In Folge des Wiener Kongresses 1815 musste Sachsen mehr als die Hälfte seines Territoriums an Preußen abtreten; der Leipziger Kreis verlor unter anderem die Ämter Delitzsch, Düben, Eilenburg, Lützen, Schkeuditz und Zörbig. An der Spitze des Kreises stand ein Oberhauptmann aus dem regional ansässigen Adel, der seinen Wohnsitz innerhalb des Kreises haben musste. Er war zuständig für die Kontrolle über Einnahmen und Ausgaben der Ämter, hatte die Aufsicht über die in seinem Zuständigkeitsbereich tätigen Beamten und das Straßenwesen. Weiterhin führte der Oberhauptmann bis zur Einführung des Defensionswerks Anfang des 17. Jahrhunderts das militärische Aufgebot des Kreises an. Zur Erledigung seiner vielfältigen Aufgaben konnte er zunächst nur auf sein eigenes Personal zurückgreifen. Für den Leipziger Kreis ist von der Mitte des 16. bis Mitte des 17. Jahrhunderts kein Oberhauptmann nachweisbar. Erst 1661 erfolgte eine Wiederbesetzung der Stelle nunmehr unter der Bezeichnung "Kreishauptmann". 1764 wurde eine erweiterte Aufsichts- und Berichtspflicht des Kreishauptmanns festgelegt. Mit der Anstellung eines Sekretärs 1767 begann die Herausbildung der Behörde Ältere Kreishauptmannschaft, die sich 1816 mit dem Tätigwerden eines Registrators und eines Schreibers fortsetzte. In Folge der am 22. Juli 1816 erlassenen Instruktion wurden die Amtshauptleute den Kreishauptleuten direkt unterstellt. Alle Berichte waren bei der Kreishauptmannschaft einzureichen und wurden durch diese an die Landesbehörden weitergeleitet. Die "Kreishauptmannschaften älteren Stils" beendeten aufgrund der "Verordnung wegen Errichtung von Kreisdirektionen" am 30. April 1835 ihre Arbeit; an ihre Stelle traten die Kreisdirektionen.

Bestandsinhalt: Verwaltung.- Grenzsachen.- Militärangelegenheiten.- Gemeindeangelegenheiten.- Handwerks- und Gewerbeangelegenheiten.- Bauangelegenheiten.- Forstangelegenheiten.- Finanzangelegenheiten.- Armen- und Wohltätigkeitspflege.- Gesundheitswesen.

Findmittel: Datenbank und Findbuch 2004

20003 - Ritterschaft des Amtsbezirks Delitzsch

Datierung: 1682 - 1864

Geschichte: Als regionale ständische Organisation setzte sich die Ritterschaft aus den amts- und schriftsässigen adligen Rittergutsbesitzern im Amt Delitzsch im Leipziger Kreis zusammen. Nach den Gebietsabtretungen in Folge des Wiener Friedens von 1815 umfasste die Ritterschaft nur noch den nunmehr preußisch gewordenen Teil des Leipziger Kreises.

Bestandsinhalt: Durchführung von Konventen.- Donativgelder.- Militärangelegenheiten.- Straßen- und Brückenbau.- Jagd.

Findmittel: Findkartei 1981

21668 - Schatz, Max, Bautischler, Delitzsch

Datierung: 1918 - 1985

Geschichte: 

Bestandsinhalt: 18.9.1899 - 2.10.1986; Bautischler, Abgeordneter der KPD in der Gemeindevertretung Glesien (1930 - 1933), Teilnehmer am antifaschistischen Widerstandskampf, Kreissekretär des FDGB Delitzsch (1945 - 1950), Vorsitzender der Gemeindevertretung Glesien (1946 - 1951), Instrukteur der Kreisleitung Delitzsch der SED (1957 - 1962); Persönliche Dokumente.- Ausarbeitungen.- Reden und Aufsätze.- Arbeitsmaterialien aus der politischen und gesellschaftlichen Tätigkeit.

Findmittel: Datenbank und Findbuch 2001

20962 - VEB Süßwarenkombinat Delitzsch

Datierung: 1912 - 1990

Geschichte: Das Kombinat wurde 1980 gebildet und bestand bis 1990. Es unterstand dem Ministerium für Bezirksgeleitete und Lebensmittelindustrie. Stammbetrieb war der VEB Vereinigte Süßwarenwerke Delitzsch/Eilenburg/Bergwitz. Zum Kombinat gehörten über 20 Betriebe der gesamten DDR. Der Bestand enthält auch die Provenienzen VEB Vereinigte Süßwarenwerke Delitzsch/Eilenburg/Bergwitz und dessen Vorgänger.

Bestandsinhalt: Leitung.- Betriebsberufsschule.- Wissenschaft und Technik.- Jahresabschlüsse und Bilanzen der Kombinatsbetriebe.- Investitionen.- Forschung.

Findmittel: Datenbank und Findbuch 1998

20688 - Chemische Fabrik Delitia Delitzsch

Datierung: 1890 - 1972

Geschichte: Am 30. Mai 1817 erwarb der Apotheker Carl Christian Freyberg die Apotheke "Zum weißen Adler" in Delitzsch und begann 1818 mit der Herstellung von Schädlingsbekämpfungsmitteln. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Tierarzneimittel hinzu. 1888 wurde das Unternehmen unter der Bezeichnung "Ernst Freyberg, Chemische Fabrik Delitia, Delitzsch" in das Handelsregister eingetragen. Die Firma expandierte rasch und exportierte seine Produkte 1910 in zahlreiche europäische und überseeische Länder. Um 1946 wurde der Betrieb zeitweilig enteignet, 1947 aber an die Familie Freyberg zurückgegeben. 1958 nahm er staatliche Beteiligung auf, Gesellschafter war der VEB Fahlberg-List, Magdeburg. Zum 1. Mai 1972 ging die Firma als VEB Delicia Delitzsch in Volkseigentum über.

Bestandsinhalt: Bilanzunterlagen.- Vermögensverwaltung.- Entnazifizierung.- Warenzeichen und Patente.- Soziale Betreuung der Belegschaft.- Warenkataloge und Preislisten.- Kundenbücher.

Findmittel: Findbuch 1983

20270 - Staatsanwalt des Kreises Delitzsch

Datierung: 1968 - 1990

Bestandsinhalt: Strafsachen.

Findmittel: Abgabeverzeichnis 1999

21725 - FDGB-Kreisvorstand Delitzsch

Datierung: 

Geschichte: 

Bestandsinhalt: Delegiertenkonferenzen.- Sitzungsprotokolle.- Informationsberichte.- Sozialistischer Wettbewerb.- Aktivisten- und Neuererbewegung.- Sozialversicherung.- Feriendienst.- Veteranenkommissionen.

Findmittel: ohne

22067 - NS-Archiv der MfS-Bezirksverwaltung Leipzig

Datierung: 1881 - 1949

Geschichte: Das sog. "NS-Archiv der Stasi" hat seine Grundlage in der vom Leiter der Abteilung XII des Staatssekretariats für Staatssicherheit unterzeichneten "Richtlinie für die Auswertung der in den Bezirksverwaltungen des S. f. S. vorhandenen alten Archiv-Unterlagen aus der Nazizeit" vom 5. Mai 1954. Die in der Folge in der Abteilung XII in Berlin-Hohenschönhausen aus den Bezirksverwaltungen zusammengetragenen Unterlagen stammen aus verschiedenen Provenienzen (z. B. aus dem K 5-Dezernaten der örtlichen Kriminalpolizei, aus von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmten Akten von Reichs-, regionalen und kommunalen Behörden). Die sog. "Z-Akten" wurden nach inhaltlicher Schwerpunktsetzung in vier Gruppen (A-D) unterteilt. Das StAL verwahrt Akten der Sign. "ZA", d. h. Akten der ehemaligen NSDAP, SA, faschistischer Frauen- und Jugendorganisationen, NSV, u. a. Organisationen der faschistischen Partei. Am 1. Februar wurde das "Z-Material" lt. Befehl Nr. 39/67 des Ministers für Staatssicherheit vom 23. Dezember 1967 in die neu eingerichtete Hauptabteilung IX/11 über. Nach Auflösung des MfS ging das NS-Archiv in die Verwaltung des Zentralen Staatsarchivs der DDR und nach der Vereinigung beider deutscher Staaten in die des Bundesarchivs über. Im Juni 2004 wurden "Z-Bestände" an die zuständigen Staatsarchive des Freistaates Sachsen übergeben.

Bestandsinhalt: Personenbezogene Unterlagen als Personaldossies zusamengestellt, erschlossen nach Familiennamen.- Gerichtliche Prozessunterlagen.- Krankenblätter.- Mitgliederkarteien.- Mitarbeiterakten.

Findmittel: Datenbank (Excel) 2004

21127 - SED-Kreisleitung Delitzsch

Datierung: 1946 - 1989

Geschichte: Kreisdelegiertenkonferenzen von KPD und SPD beschlossen am 24. März 1946 die Vereinigung zur SED. Mit der Verwaltungsreform 1952 wurde die Kreisleitung Delitzsch der SED-Bezirksleitung Leipzig unterstellt. Sie gab Grundorganisationen an den Kreis Bitterfeld und die neu gebildete Kreisleitung Eilenburg ab und bekam gleichzeitig Parteiorganisationen aus dem Gebiet des alten Saalkreises zugeordnet. Die Kreisparteiorganisation war zunächst geprägt durch Grundorganisationen in der Landwirtschaft (LPG und VEG) sowie Betrieben der Lebensmittelindustrie (VEB Brauerei Krostitz, VEB Zuckerfabrik Delitzsch) und Metallindustrie (VEB Ziehwerk Delitzsch, VEB Leichtmetallwerk Rackwitz). In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre setzte ein Strukturwandel hin zur Braunkohlenindustrie ein. Im Dezember 1989 erfolgte die Umbenennung der SED-Kreisleitung in Kreisvorstand Delitzsch der SED/PDS.

Bestandsinhalt: Kreisdelegiertenkonferenzen.- Sekretariatssitzungen.- Kreisparteikontrollkommission.- Parteiwahlen.- Mitgliederbewegung.- Jugend.- Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung.- Volksbildung und Kultur.- Wirtschaft.- Landwirtschaft.- Wahlen.- Kampfgruppen.- Blockparteien.- Gesundheitspolitik.

Findmittel: Findkartei um 1967

21151 - SED-Ortsleitung Delitzsch

Datierung: 1948 - 1971

Findmittel: Findkartei o. D.

21264 - SED-Grundorganisation Reichsbahnausbesserungswerk Delitzsch

Datierung: 1947 - 1989

Findmittel: Findkartei o. D.

 

21265 - SED-Grundorganisation Rindermast Delitzsch

Datierung: 1972 - 1986

Findmittel: Findkartei o. D.

 

21257 - SED-Grundorganisation EOS Delitzsch

Datierung: 1953 - 1989

Findmittel: Findkartei o. D.

21258 - SED-Grundorganisation Konsumgenossenschaft Delitzsch

Datierung: 1952 - 1976

Findmittel: Findkartei o. D.

21266 - SED-Grundorganisation Tagebau Delitzsch-Südwest

Datierung: 1972 - 1989

Findmittel: Findkartei o. D.

21256 - SED-Grundorganisation Agrochemisches Zentrum Delitzsch

Datierung: 1972 - 1989

Findmittel: Findkartei o. D.

01271 - SED-Grundorganisation VEB Zuckerfabrik Delitzsch

Datierung: 1948 - 1986

Findmittel: Findkartei o. D.

 

21270 - SED-Grundorganisation VEB Ziehwerk Delitzsch

Datierung: 1952 - 1989

Findmittel: Findkartei o. D.

21263 - SED-Grundorganisation Rat des Kreises Delitzsch

Datierung: 1977 - 1989

Findmittel: Findkartei o. D.

21255 - SED-Grundorganisation Agrar-Industrie-Vereinigung Delitzsch

Datierung: 1977 - 1989

Findmittel: Findkartei o. D.

21268 - SED-Grundorganisation VEB Kombinat Süßwaren Delitzsch

Datierung: 1952 - 1989

Findmittel: Findkartei o. D.

21267 - SED-Grundorganisation VE HO-Kreisbetrieb Delitzsch

Datierung: 1952 - 1976

Findmittel: Findkartei o. D.

22027 - VEB Geodäsie und Kartografie Halle, Produktionsbereich Leipzig

Datierung: 1967 - 1989

Bestandsinhalt: Vermessungskarten der DDR-Kreise Delitzsch und Oschatz, u. a. Lage-, Höhen- und Bestandspläne.

Findmittel: ohne

20250 - Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei Leipzig

Datierung: 1945 - 1991

Geschichte: Nach Auflösung der Landesbehörde der Deutschen Volkspolizei wurde die Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei Leipzig (BDVP) zum 1. August 1952 eingerichtet. Der BDVP unterstanden die neu gebildeten Volkspolizeikreisämter (VP-Kreisämter) Eilenburg, Geithain, Schmölln und Wurzen, die VP-Kreisämter Delitzsch und Torgau (von Sachsen-Anhalt übernommen), das VP-Kreisamt Altenburg (von Thüringen übernommen) sowie die bis zu diesem Zeitpunkt der Landesbehörde der Volkspolizei Sachsen unterstellten VP-Kreisämter Leipzig (damals noch einschließlich Leipzig-Land), Borna, Döbeln, Grimma und Oschatz. Die BDVP gliederte sich nach Stabs- und Fachabteilungen mit folgendem Aufbau, die zugleich die Hauptaufgaben widerspiegeln: Chef der BDVP und Stellvertreter, Operativ/Stab, Sekretariat, Personal, Intendantur, Technische Dienste, Gesundheitswesen, Schutzpolizei, Kriminalpolizei, Pass- und Meldewesen, Verkehrspolizei, Betriebsschutz, Strafvollzug und Feuerwehr. 1990 wurden die polizeilichen Aufgaben zunächst von der Bezirkspolizeibehörde wahrgenommen. Mit dem Sächsischen Polizeigesetz vom 30. Juli 1991 wurde die Landespolizeidirektion Leipzig gebildet. Der Bestand enthält neben den Unterlagen der BDVP Leipzig auch das Archivgut aus den unterstellten VP-Kreisämtern und Strafvollzugseinrichtungen.

Bestandsinhalt: Leitung.- Planung.- Berichte und Analysen.- Personal.- Aus- und Weiterbildung.- Finanzen.- Kriminalpolizeiliche Ermittlungen.- Überwachung von Ausländern, Rückkehrern und Zuziehenden.- Rapporte.- Anweisungen.- Statistiken.- Fotos.- Filme.

Findmittel: Abgabeverzeichnis 1995, 1996, 1999; Findbuch 1991 mit Nachtrag 1999