Häuserbuch der Stadt Delitzsch

Das Häuserbuch der Stadt Delitzsch, II. Teil: Die Neustadt, Vorstädte und Mühlen

Deckblatt - Teil II

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Autor: Wilde, Manfred
Titel: Das Häuserbuch der Stadt Delitzsch - Teil 2, Die Neustadt, Vorstädte und Mühlen
Verlag: Degener & Co, Inhaber Manfred Dreiss, Neustadt an der Aisch
Erscheinungsdatum: 1994
Umfang/Format: 347 Seiten und Karten-Beilage (1 Bl.)
ISBN: 3-7686-4139-2
Beziehungen: Schriftenreihe der Stiftung Stoye, Bd. 25


Vorwort

Mit dem vorliegenden zweiten Band des Häuserbuches der Stadt Delitzsch findet die Darstel­lung siedlungs-, sozial- und familiengeschichtlicher Zusammenhänge für alle Hausgrundstücke in der Altstadt, der Neustadt und den Vorstädten, die 1870 bestanden haben, einen vorläufigen Abschluß. Behandelt werden neben den Häusern der Neustadt, den Vorstädten Damm, Rosental, teilweise der Leipziger und Bitterfelder Vorstadt sowie des 1862 eingemeindeten Vorortes Grünstraße, auch alle bisher bekannten 23 Mühlen mit ihren Besitzern und Pächtern und als Zu­satz, rein rechts- und personengeschichtlichen Charakters, die Richtstätte der Stadt und des Amtes Delitzsch mit den auf ihr von 1398 bis 1700 vollzogenen Hinrichtungen. So liegen jetzt für die Stadt Delitzsch knapp 11000 Einträge und Nachweise von Hausbesitzern für einen Zeitraum von ca. 600 Jahren in der Altstadt und 500 Jahren in der Neustadt und den Vorstädten vor. Erkenntnisse der Wissenschaftsdisziplinen Archäologie, Rechts-, Sozial-, Familien-, Siedlungs-, Handwerks- und Baugeschichte können zusammengefaßt dargestellt werden. Diese Arbeit ist aber auch Beschränkungen unterworfen. So konnten hier Entwicklungen des Städtebaus, insbesondere in den Vorstädten des späten 19. Jahrhunderts nicht immer berücksich­tigt werden. Insbesondere für die Zeit der Gründerjahre nach 1871, des genossenschaftlichen Wohnungsbaus nach 1919 oder der Bautätigkeit unter diktatorischen Bedingungen in der Zeit des Nationalsozialismus und des sozialistischen Plattenwohnungsbaus, bedarfes einer gesonderten Untersuchung. In diesen Zeiten ist der individuelle Haus- und Grundbesitz mehr und mehr vom Mietwohnungsbau verdrängt worden.

Trotzdem soll das Buch auch einen Beitrag für Stadtbaukunst und Stadtplanung in der Gegenwart leisten. Gerade in einer Zeit nachhaltiger Investitionsmaßnahmen nicht nur in der Sanierung, sondern auch in der Bautätigkeit auf der "grünen Wiese" ist mehr denn je die Verantwortung von Stadtplanern, Architekten, Kommunalpolitikern und nicht zuletzt von Investoren und künfti­gen Hausbesitzern angezeigt. In einer Zeit des ausgeprägten Individualismus darf die Rahmen­planung einer Stadt nicht unterdrückt werden. Das zeigen die Siedlungsgeschichten wohl aller Städte östlich von Saale und Elbe auf, die fast sämtlich auf planmäßige Stadtanlagen und -erweiterungen zurückgehen.

Nur im Verstehen der Geschichte und der Geisteswelt vergangener Stadtgründer und Bau­meister, dem Herstellen von Zusammenhängen aus Geschichte und Gegenwart sind Fehler für die Zukunft zu vermeiden. Städtische Entsozialisierungsprozesse und Verödungen von Innen­städten haben nicht zuletzt ihre Ursachen im Bau von riesigen Einkaufszentren an den Periphe­rien der Städte. Werden unsere Enkel mitder gleichen Begeisterung, wie wir vor B arockbauwerken und einer Jugendstilfassade stehen, dann auf autobahnerschlossene Einkaufsgigantomanen schauen? Gedanken, die heute zu formulieren wichtiger denn je sind.
An dieser Stelle soll noch einmal allen Mitarbeitern und Leitern von beteiligten Archiven und Institutionen gedankt werden, ohne deren Unterstützung dieses vieljährige Werk nicht zustande gekommen wäre, im besonderen aber Frau Christel Moltrecht im Museum Schloß Delitzsch für das zur Verfügung stellen von Bild- und Fotomaterial und den nicht unerheblichen Zeitaufwand und Frau Christine Böttcher für die zeichnerische Umsetzung gewonnener Erkenntnisse. Ab­schließend sei natürlich noch der Stiftung Stoye und deren Kuratorium gedankt, ohne deren Unter­stützung die Veröffentlichung dieser Monographie nicht umzusetzen gewesen wäre.
Delitzsch im Sommer 1994                                                                                                Manfred Wilde